Als ich am Abend des 12.12.1995 im Fernsehen die Nachrichten sah, war mein erster Gedanke “Nein - nicht der!!!”. Ausgerechnet der Gläserne Zug als Unfallgegner einer österreichischen 1044. Als nächstes wollte ich spontan
100 DM aus meinem schmalen Geldsäckel an die DB überweisen, damit der “Gläserne” wieder aufgearbeitet werden konnte, war ich mir doch sicher, dass außer mir noch mehr Eisenbahnfreunde so verfahren würden. Aber auf welches Konto? Und mit der Zeit war ich mir nicht so sicher, ob denn eine Aufarbeitung überhaupt erfolgen sollte. Er war vielleicht nicht ganz verfehlt, dieser Gedanke ........

So recht weiß ich gar nicht mehr, wann mir der “Gläserne” überhaupt das erste Mal begegnete. Als typischem “Nordlicht” war es mir eh nicht vergönnt, ihn allzu häufig zu Gesicht zu bekommen. Im Juni 1976 sah ich ihn in Hannover Hbf - leider war die Agfa “ritsch-ratsch” Pocket nicht geeignet, vernünftige Resultate abzuliefern. Auf der Rückfahrt aus dem Urlaub in Österreich sah ich ihn im August 1978 spät abends in München-Ost; das Foto - selbstverständlich hatte ich KEIN Stativ dabei - war natürlich verwackelt.

Im Sommer 1980, ich war mit dem `Tramper-Monats-Ticket´ quer durch Deutschland unterwegs, wartete ich gerade in einem Zug in Mittenwald auf Ausfahrt, als der “Gläserne” in den Bahnhof fuhr - vermutlich die bekannte “Karwendel-Rundfahrt”, die 15 Jahre später auch sein Schicksal wurde. Mein Verhängnis waren damals die schülerportemonnaiefreundlichen Billig-Diafilme, wo heute auch der gute Scanner kaum Brauchbares auf den PC bringt.

1982 erwischte ich ihn endlich - aber nicht in Süddeutschland, sondern in Bremen. Und was heißt erwischte: als ich von der Sonderfahrt hörte, bin ich eben ausschließlich wegen des Gläsernen Zuges hochgefahren. Ein Jahr später in Hameln war die Fahrt für mich weniger weit; mit der Fahrzeugparade zum Bahnjubiläum in Nürnberg erschöpften sich die persönlichen Kontakte dann auch schon. In der letzten Farbvariante sah ich den ET selbst nie, konnte aber durch Diakauf oder -tausch wenigstens einige weitere Aufnahmen erhalten. Andere Eisenbahnfreunde haben bestimmt mehr Aufnahmen des Gläsernen Zuges in ihrer Sammlung und vielleicht auch schönere. Trotzdem - die gezeigten Aufnahmen sollen ein wenig beitragen, die Baureihe 491, den “Gläsernen Zug”, in Erinnerung zu behalten.

491_0_01thm 491_0_02thm

491 001 am  09.10.1977 in München Hbf, rechts mit 169 002

491_1_01thm

Am 07.05.1981 weilte der Gläserne Zug im hohen Norden. Die Aufnahmen entstanden in Hannover Hbf

491_1_02thm
491_2_10thm

Sonderfahrt ab Bremen: 491 001 verläßt den Bremer Hbf am
04.09.1982.

491_2_04thm

Am 30.09.1983 stand die Rattenfängerstadt Hameln auf dem Besuchsprogramm des 491 001.

Das Motiv links vor dem Stellwerk in Hameln gelang mit Unterstützung eines fotografierenden Eisenbahners, dem - nach Absprache mit dem Fdl - die kleine Fotosession mitten in den Hamelner Gleisen zu verdanken ist.

Die beiden unteren Fotos sind auf der Rückfahrt bei Langeland entstanden.

491_2_05thm 491_2_06thm

Einen Tag später führte eine Sonderfahrt den Gläsernen Zug u. a. von Bremervörde nach Osterholz-Scharmbek, mangels Oberleitung zunächst durch einen DB-VT 98 unterstützt, dann durch den BOE VT 164 und den BHE VT 175. Die sechs Aufnahmen entstanden in Bremervörde, Gnarrenburg und bei Nordsode.

491_1_06thm
491_1_08thm
491_1_11thm
491_3_02thm
491_1_07thm
491_1_09thm
491_1_12thm

Auch bei den Jubiläumsparaden war der Gläserne Zug Programmpunkt; am 22.09.1985 fuhr er an den Besuchertribünen in Nürnberg-Langwasser vorbei.

Zum Abschluß noch einige Aufnahmen, die ich im Lauf der Jahre durch Tausch oder Kauf “ergattern” konnte. In ihrer Reihenfolge: ET 91 01 in seiner alten roten Farbgebung im Jahr 1966 in Rothenburg o.d.T. (Foto: Hensel),
491 001 am 27.07.1984 im Bw Hamburg-Altona (Foto: R.Höhne), am 21.09.1985 im Bw Nürnberg Hbf (Foto: Spillner), am 15.08.90 in  Innsbruck (Foto: P.Krückels), am 30.06.95 in Meißen Hbf (Foto: R.Walter) sowie am
13.02.1993 in Hütten (Foto: W.Schwan).

Df7127 ET 91 01thm
491_4_02thm
491_4_05thm
LinkGlZug
491_4_03thm
491_4_04thm
491_4_06thm

Mehr zur Geschichte des Gläsernen Zugs gibt es auf der Homepage “www.glaesernerzug.de” (einfach nebenstehende Grafik anklicken).

Bei aller Trauer um den Gläsernen Zug: es handelt sich dabei lediglich um einen materiellen Schaden. Weitaus schlimmer ist, dass bei dem Unfall am 12.12.1995 in Garmisch-Partenkirchen  1 Mensch im ET 491 starb und insgesamt 46 Menschen bei dem Unfall z. T. schwer verletzt wurden. Selbst bei einem - letzlich immer möglichen - (hohen) finanziellen Aufwand zur Wiederaufarbeitung des Triebwagens sollte das Leid, welches das Unglück über viele Menschen brachte, nicht vergessen werden.